Dressurreiten: Hohe Kunst im Sattel

Wenn du an Dressurreiten denkst, hast du bestimmt direkt wunderschön frisierte Pferde und elegant gekleidete Reiterinnen und Reiter vor Augen, die einer Turnier-Jury konzentriert verschiedene Figuren präsentieren. Ob Piaffe, Passage oder Galopppirouette: Wir möchten dir eine kleine Einleitung zum Thema Dressurreiten geben und mehr über die beeindruckenden Bewegungsabläufen erzählen.

Drei typische Merkmale des Dressurreitens

1. Gymnastische Übungen

Besonders typisch für das Dressurreiten ist das Training der natürlichen Veranlagungen des Pferdes durch gymnastische Übungen. Das Pferd soll sensibilisiert werden, seine Kraft und Beweglichkeit sollen gefördert und seine Gangarten verfeinert werden.

2. Minimale Befehle

Beim Dressurreiten kommt es besonders darauf an, das Pferd nur durch minimale Signale zur exakten Ausführung der sogenannten Lektionen zu veranlassen. Das Training dieser minimalen Befehle bildet einen Schwerpunkt der Dressurausbildung und soll das Pferd konditionieren und sensibilisieren.

3. Figuren des Dressurreitens

Typische Figuren des Dressurreitens sind beispielsweise verschiedene Wendungen. Die Vorhandwendung wird dabei um einen Punkt nahe am inneren Vorderfuß ausgeführt, während die Kurzkehrtwendung das Pferd um genau 180 Grad wendet. Bei Pirouetten wird das Pferd um das innere Hinterbein gewendet und die sogenannte Traversale veranlasst das Pferd zu einer Vorwärts-Seitwärts-Bewegung im Trab oder Galopp entlang einer diagonalen Linie. Viele Figuren werden zur ‚Hohen Schule’ gezählt, weil sie ein hohes Maß an Vertrauen und Ausbildung von Pferd und Reiter verlangen.

Ausbildung und Turniere im Dressurreiten

Das Dressurreiten entstand als Reitdisziplin bereits Ende des 19. Jahrhunderts und ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts sogar eine olympische Disziplin. Die Ausbildung erfordert jede Menge Wissen und Geduld und ist bestimmten Richtlinien unterworfen. Dabei bauen verschiedene Phasen aufeinander auf, die das Pferd auf korrekte Weise gymnastizieren sollen.

Phasen der Ausbildung im Dressurreiten:

  • Takt: Gleichmäßigkeit der Bewegungen und Gangarten
  • Anlehnung: Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul
  • Losgelassenheit: Gleichmäßigkeit der An- und Entspannung der Muskulatur des Pferdes
  • Geraderichtung: Ausgleichen der natürlichen Schiefe des Pferdes
  • Schwung: Übertragung des energischen Impulses aus der Hinterhand über den schwingenden Rücken auf die Gesamtvorwärtsbewegung des Pferdes
  • Versammlung: Untertreten mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt, Aufwölbung des Rückens, Anheben des Widerrists, Aufwölben des Halses und des Genicks, sodass der Kopf des Pferdes näher an die Senkrechte kommt

 

Ausrüstung für das Dressurreiten:

  • Korrekt sitzender Reithelm
  • Jacke, Pullover oder Weste, Handschuhe
  • Protektoren für den Rücken und Sicherheitsweste
  • Reitschuhe oder Reitstiefel
  • Gerte und Sporen
  • Vaseline für die untere Körperpartie des Pferdes, um Verletzungen bei Berührung von Hindernissen zu vermeiden
  • Gamaschen für das Pferd

Wenn du das Dressurreiten trainierst, kannst du auch an speziellen Turnieren teilnehmen. Hier werden die einzelnen einstudierten Dressuraufgaben bewertet. Die Lektionen werden in der sogenannten Kür in einer bestimmten Reihenfolge gezeigt, meist mit musikalischer Untermalung. Das Pferd bewegt sich dabei in den verschiedenen Gangarten wie Schritt, Trab und Galopp und auf unterschiedlichen Bahnfiguren (geraden oder gebogenen Linien). Höhere Disziplinen der Dressur sind beispielsweise die Traversale, Passage, Piaffe oder Galopppirouette. Jede Lektion bekommt eine Note, welche dann zusammengenommen die Gesamtwertung bilden. Bewertet werden Sitz und Befehlsgebung des Reiters sowie die Bewegung und Korrektheit der Ausführung des Pferdes.

Dressurreiten in deinem Reiturlaub

Ein Reiturlaub ist nicht nur perfekt geeignet, um bei Ausritten in die Natur die Seele baumeln zu lassen und die Umgebung deines Urlaubshofes zu erkunden. Du kannst die Zeit in deinem Reiturlaub aber auch intensiv für dein Training im Dressurreiten nutzen. Auch unerfahrene Reiter können bei Schnupperkursen einen Eindruck der Disziplin und des kniffligen Trainings erhalten – ideal, um im Urlaub entspannt auszuprobieren, ob du dir vorstellen kannst, das Dressurreiten weiter zu erlernen.

Viele Reiterhöfe in Deutschland bieten Dressur-Reitkurse und -Lehrgänge an. Auf einigen Höfen kann man auch passende Reitabzeichen im Urlaub ablegen. Am besten informierst du dich beim jeweiligen Hof oder siehst dir die Merkmale unserer Gastgeber an. So kannst du beispielsweise eine tolle Unterkunft für deinen Reiturlaub finden, wenn du in deinen Ferien gerne Dressurreiten ausprobieren oder trainieren möchtest. Wenn du dein Können im Dressurreiten mit deinem Pferd ausbauen möchtest, ist auch das auf vielen Urlaubshöfen in Deutschland kein Problem, da du mit deinem eigenen Pferd in den Reiturlaub fahren kannst. Kennst du vielleicht schon einen fantastischen Reiterhof, wo dein eigenes Pferd im Urlaub willkommen ist oder führst selbst einen solchen Hof? Dann werde Gastgeber oder schreib uns mit einer Empfehlung.

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